Tabula Rasa

Nähe

"wenn dir jemand zu Nahe tritt, dann lass doch das Messer fallen"
wenn mir jemand zu Nahe tritt, dann lass ich die Fassung fallen.

dann sind alle Mauern,
die je mühsam erbaut
plötzlich Bruchteile,
meine Hoffnung brökelt zu Staub.

dann sind alle meine Krieger
plötzlich Spielzeugsoldaten,
alle Air-Force-Flieger,
scheitern an einfachen Taten;
wie den Motor anzustellen.

wenn mir jemand zu Nahe tritt,
dann trete ich meistens einen Schritt zurück.

Felix Römer ist der Grund warum ich mit Poetry Slam angefangen habe.
Vor gut 4 Jahren habe ich zum ersten Mal diesen Text von ihm (hier ganz schön mit Musik performt) auf Youtube gesehn. Und das fand ich schön. Dann begann ich mich für diese Kunst des Gedichtesprechens vor Publikum zu interessieren und paar Monate drauf stand ich dann selber mit 15 zum ersten Mal auf der Bühne. Ich wünschte ich könnte öfter auf der Bühne stehen. Öfter spüren, wie meine Knie zittern und mich das grelle Licht blendet, um dann meine emotionale Babynahrung mühsamst hochzukotzen und unter Applaus, der für mich lauter ist als alles je zuvor gehörte, wieder die Bühne zu verlassen.

Das Haus,
in dem du wohnst,
es ist
ein graues.

Das Herz,
das in dir wohnt,
es ist
so viel dunkler.

Stehenbleiben um Loszugehen

Stellst du dir nicht auch manchmal die Frage
warum wir immer noch nicht das sein können,
was wir schon immer sind?

Wir tragen Kleider die nicht passen
Und Gesichter, die uns nicht stehen.
sagen viel zu schnell, dass wir etwas hassen,
können den Sinn vor lauter Fragen nicht sehen.
Wir sagen Dinge,
die wir irgendwo gelesen haben,
und hören Musik,
die sie im Radio spielen.

Wir spielen mit dem Leben.
Und mit seinem Wert
wir hindern uns daran, uns selber zu finden,
dafür fehlt uns ein bisschen an Herz.

So antwortest du mir meistens nie,
denn zwischen deinem Schubladendenken
und Kreuzungenlenken,
ist kein Platz für Fantasie.
Da ist kein Platz für solch eine Frage.

deshalb wirst du auch nie verstehen,
was es heißt,
loszugehen,
wenn man auch stehenbleibt.

Geister

und
die Geister sprechen
nicht nur nachts,
sondern auch tagsüber;
halten mich wach,
machen noch müder.

der Terror im Hinterzimmer
meines Kopfes macht süchtig.
das Kanonenfeuer
so laut,
meine Stimme so heiser;
zerfällt alles in Staub,
die Geister werden
nicht mehr leiser.

Über das Träumen und dem Bereitsein hat noch niemand ein gutes Lied gesungen.

Farbenfilter
Traumtrichter
tausendfach

sind alle Fantasien
längst verschwunden
wenn ich aus meiner
Scheinwelt
wieder aufwach.

Grauflimmern
Ralitätsschimmer
meilenweit

sind alle Fantasien
längst schon verschwunden
bin ich noch nicht mal
für den Alltag bereit.

Warten

Warten
auf Alles
auf Nichts.

Warten auf Niemanden,
warten auf dich.

Nicht vorrankommen
und auch nicht mehr zurückrennen
Stillstand
Einzelkampf
Taubheitsgefühl in allen Gliedern
in den Ohren stumme Melodien
von traurigen Liedern

Warten
auf das Ungewisse.
Warten
auf das Schmerzhafte
Warten
bis einen die Hoffnung packt.

Warten
bis endlich irgendetwas passiert.
Warten auf dich.

Warten auf nichts.

https://www.youtube.com/watch?v=3SpG7C4vHZQ

Nachtrag | 12. April

Alle Farben
grau.
totaler Gedanken-
stau.

Nonexistent

du meinst
du würdest
nicht nach Kirschblüten riechen
und ich stimme dir zu
du riechst so viel besser

du sagst
du könntest
nicht so gut mit Worten umgehen
und ich stimme dir zu
doch ist es so schön dir beim Reden
zuzuhören
und zuzusehen

du glaubst
du würdest
heute nicht so gut aussehen,
ich stimme dir zu,
für mich tust du das immer.

du denkst
du wärst
nichts für mich
und ich stimme dir zu,
du bist alles.