Tabula Rasa

Unterwegs, schon den 10. tag. 
Weil es uns so viel besser steht.

Unterwegs, schon den 10. tag.
Weil es uns so viel besser steht.

Unterwegs, schon den 10. tag. 
Weil es uns so viel besser steht.

Unterwegs, schon den 10. tag.
Weil es uns so viel besser steht.

An einem Regentag beginnen die Farben zu leuchten. Wo die Sonne auftaucht, da gibt es nur noch Licht und Schatten, schwarz und weiß. So schön die Farben bei Regen sind, sobald die Sonne scheint, verschwinden die Farben, es gibt dann nur noch Kontraste. Ein trüber Tag, ein Regentag ist für mich der schönste Tag. Das ist ein Tag an dem ich arbeiten kann. Wenn es regnet, bin ich glücklich. Wenn es regnet, weiß ich, dass mein Tag beginnt.

Friedensreich Hundertwasser

Es riecht nach Sommer,
bloß ist meine Nase verstopft
und ich hab immer noch Winter
im Kopf.

Hibiskusblüten

"Hibiskusblüten"
ein Wort so schön,
wie der Geruch selbst.
Bleibt der Geruch aber meist
nur so lange bis die Blüte verwelkt.
Und was bleibt dann noch zurück?
Denn nur noch die Schönheit des Wortes?

Was bleibt, wenn das was uns auszeichnet, nicht mehr da ist,
verschwindet. ?

Wer sind wir, wenn wir verlernen zu sein wie wir sind?
Wer werden wir, wenn wir vergessen wer wir werden wollen?

Wie schmecken eigentlich Hibsikusblüten?

die Sterne zeigen den Weg nicht mehr
und ich kenn ihn auch nicht
mein letztes Trinkgeld von der letzten Schicht
versoffen und ausgekotzt
mein Herz mit Warmflaschenzärtlichkeit gestopft
bin ich müde 
und träge
und meine füße tragen mich weiter
aber ich weiß nicht wohin.

die Sterne zeigen den Weg nicht mehr
und ich kenn ihn auch nicht
mein letztes Trinkgeld von der letzten Schicht
versoffen und ausgekotzt
mein Herz mit Warmflaschenzärtlichkeit gestopft
bin ich müde
und träge
und meine füße tragen mich weiter
aber ich weiß nicht wohin.

immer so weiter

Nun schon seit einem halben Jahr hast du dir vorgenommen dieses eine Buch zu lesen. Du vergisst immer wieder den Titel, kennst aber die Inhaltsangabe des Buchumschlages. Damals hast du das Buch von deinem Bruder geschenkt bekommen. Zu Weihnachten war das. Deine ganze Familie hatte sich versammelt. Mutter war gerade erst vom Krankenhaus zurückgekehrt, der Krebs hat sie nicht glücklich aussehen lassen. Aber dein Vater und deine Brüder und auch du, ihr habt geweint vor Freude, geweint vor Erleichterung, im Glauben, das Schlimmste wäre überstanden. Danach hat der Winter sich auch so angefühlt. Das Weiß des Schnees hat dich tagsüber geblendet und abends irgendwie auch. Generell musstest du das Tageslicht meiden, weil es sich irgendwie nicht gut anfühlte. Frische Luft war nicht frische Luft und Natur war nicht schön für dich. Frostig beherzten dich diese Monate. Frostig bist du auch selber geworden. Der Frühling zog an dir vorbei, bevor du überhaupt gemerkt hast, dass der Winter zu Ende gewesen war. Die Bäume zeigten ihre Blüten und diese Blüten waren schön. So langsam hattest du dich damit abgefunden, dass die Dinge so sind, wie sie nun mal sind. Der Sommer kam und die ersten Sommersonnenstrahlen konfrontierten deine Haut und dich irgendwie auch. Dafür warst du noch nicht bereit. Das war dir alles zu schnell gegangen und zu schnell verlebt. Das eigene Herz aus der Hand gelegt, nur um dich selber daran zu hindern, andere damit zu bewerfen. Du weißt nicht wie du fühlst. Und für wen oder für was. Du weißt nur, dass es manchmal in der Magengrube sticht und dass der Kopf weh tut vom vielen Denken. Wenn du dich auf Partys übergibst, dann ist das nicht nur vom Alkohol. Deine großen Ängste verrätst du nicht. Du sagst auch niemandem, wenn du nachts nicht schlafen kannst und leise weinst, solange bis deine Augen brennen. Du sagst nicht wenn es dir schlecht geht, immer nur dann wenn gut. Du sagst nicht was du dir wünscht, dafür hast du zu wenig Mut und zu sehr Furcht vor Enttäuschungen. Du stehst manchmal Kopf ohne wirklich viel dafür zu tun. Du bist müde, aber das interessiert niemanden, denn die sind es auch alle. Du bist wütend, aber das interessiert hier keinen, denn die sind es auch alle. Du bist traurig, aber das interessiert niemanden, denn die sind es auch und wissen nicht einmal warum.
Manchmal da hast du Hoffnung, du, ich hab die auch.

kalkfarben
leuchten die Berge,
die wir versetzen wollen,
im Abendtau;
genauso
kalkfarben
wie unsere Knochen,
die uns dabei brechen würden.

wenn wir noch einen Schritt weitergehen,
dann gehen wir vielleicht zu weit.
gehen wir auch weiter,
erinnern uns daran,
dass ein gebrochener Knochen,
wieder heilt.

draußen auf Hoher See
will ich mit dir untergehen.