Oh, Mama

and by the day
they told me
my mother has cancer, 
I was bursting in tears,
my heart rose in flames
and I wrote poems 
about death, anger and pain
until 5 o’clock in the morning. 

And by that day 
I swore to myself
that I am never going to lie again. 

And by every day
saying “everything’s okay”;
by everytime
hearing myself talking to people 
about being so blessed 
to live a life like mine, 
then, 
right then,
I feel so guilty for every syllable in the poems
I wrote that night.

And Mama, 
oh Mama, 

I feel so sorry when I’m even lieing into your face
when saying that I am not afraid. 

Oh Mama, 
i am so afraid. 

eigentlich, dann aber doch nicht.

eigentlich wollte ich das mal für einen Poetry Slam Text verwenden, hab mich dann aber doch dagegen entschieden. 

Und ich hab schon jetzt vergessen, wie Capri Sonne schmeckt, weil ich mir zu albern vorkomme, es in Supermärkten zu kaufen, lieber greife ich zur Flasche Wein und Kaugummi für nachher.
Und schon jetzt hab ich vergessen, wie sich Rutschen in Wasserparks im Sommer anfühlen, weil ich mich blöd fühlen würde, an die Schlange zu stellen und zu warten bis ich dran bin.
Und schon jetzt hab ich vergessen, wie meine Lieblings MyScene Puppe aussah, und ja ich hatte viele davon. Und bis heute weiß ich noch nicht warum genau mein Playmobil Einfamilienhaus plötzlich verschwunden war. Ich tippe immer noch darauf, dass es einer meiner Brüder zerstört hat, trau mich aber heute nicht mehr zu fragen.
Manchmal vergesse ich auch, was früher meine Lieblingskinderserie war, oder meine Lieblingsspeise.
Mama meint, ich hab sowieso immer alles gegessen, außer das was gut für mich war. Wenigstens ändern sich manche Dinge nicht.

Wir vergessen. Wir vergessen, weil wir uns weiterbewegen und weiterleben. Immer Richtung Zukunft. Weil uns Rückwärtsgehen nicht gut tut, der Magen schmerzt und Nostalgiemelancholie auch. Bei Fotos von früher werden wir schwach, bei Erzählungen wieder wach, obwohl wir doch so gerne müde durch unseren Alltag gehen. Und Blind. Und Taub und überhaupt und auch, so ganz ohne Herz. 

Fernbedienung

 

Was bleibt ist nicht viel, wenn sie abends nach Hause kommt, müde von der Arbeit und den verflossenen Stunden, die sie so viel lieber anders verbracht hätte, als auf Computertasten zu hämmern und Zahlen zu addieren, das einzige Highlight Kaffeepause um halb 4. Seit Tagen versucht sie es ihm zu sagen, bloß weiß nicht wie. Die Morgenübelkeit, der Heißhunger und die immer enger werdenden Kleidungsstücke. Da sind kein Geld und auch kein Platz in der 2-Zimmerwohnung im 8.Bezirk. Täglich der gleiche Trott, ab und zu abends ein Glas Rotwein, damit sie leichter in den Schlaf fällt. Jeden Morgen fährt sie mit der U-Bahn zur Arbeit und jeden Abend kommt sie heim. Was dazwischen passiert zieht an ihr vorbei. Sie mag es, die Menschen, die in der gleichen U-Bahn sitzen zu beobachten und sich deren Geschichten auszudenken. Einsame Alte, die Dialog suchen und munter über das Wetter plaudern. Jugendliche, die sich hinter Make-Up und Modetrendsfassaden verstecken und auf dem Weg sind ihre neuen iPods und Smartphones den anderen in der Schule zu präsentieren. Manchmal findet sie es schön einfach so in der Masse zu verschwinden und unsichtbar zu werden. Manchmal findet sie aber auch den Gedanken schön, nicht immer unsichtbar zu sein. Nicht immer Angst zu haben und nicht immer ein Glas Rotwein zu brauchen um einzuschlafen.
Immer wenn sie dann nachhause kommt, warten der leere Teller auf dem Esstisch und der leere Blick in seinen Augen. Sie haben nicht viel voneinander. Sie teilen sich das Bett, das Bad, die Wohnung und gerade wächst etwas von ihm in ihr heran. Sie sagt, dass sie unglücklich ist, mit allem und generell gerne etwas ändern möchte. An dem tristen Job, dem tristen Leben. Raus aus dem 8. Bezirk und irgendwohin, wo sich Sonne auch so anfühlt. Er versteht nicht und sagt ihr, dass die Fernbedienung schon wieder neue Batterien braucht. Sie wünscht sich Zärtlichkeit, aber er schaut stattdessen lieber eine Dokumentation über Indien im Fernseher. Er wünscht sich vielleicht auch Zärtlichkeit, aber alles was er bekommt ist ein Teller heißer Nudeln mit undefinierbarer Soße. Manchmal leben Menschen miteinander. Manchmal aneinander vorbei.
Ein kurzes „Gut‘ Nacht“ und sie geht schlafen. Ihr ist übel. Sie steht auf, fährt mit der U-Bahn, geht arbeiten, fährt wieder mit der U-Bahn, kommt nach Hause mit einer Schachteln Batterien.
Manchmal ist es so einfach.
Manchmal ist das alles was bleibt. 

!.?

Nach jedem meiner Ausrufezeichen 
setzt du einen Punkt. 

Weist mich in Schranken
krempelst alles um 
und nimmst mir genau da Platz weg, 
wo meine Blüten gerade erst
anfingen
schön zu sein. 
manchmal bist du nur erträglich
nach 2, 3 Gläsern Wein. 
manchmal wär’s mir lieber 
du würdest mich anlügen, 
weil mir die Wahrheit 
nicht immer nackt gefällt
deine Pinocchio-Nase 
durch mein dösendes Herz bohren,
aber ich 
ich hab Angst davor, 
mir Schiefer einzuziehen. 

manchmal möcht’ 
ich all deinen kalten Blicken weichen, 
denn nach allen deiner Punkte, 
setze ich ein Fragezeichen. 

Brustkorbtanzen

Hörst du das? Dieses dumpfe Hämmern? Das bin ich. Auf Knien. Schlage ich gegen meinen Brustkorb und alles was zurückkommt ist das Echo von Einsamkeit, von zu viel Bier, zu vielen Kaffeetassen allein zuhause um 4 Uhr morgens oder nachmittags, zu vielen Gedanken, zu vielen inhaltslosen Gesprächen, zu vielen leicht posaunten Liebenswürdigkeiten, zu vielen falschgesungenen Liedern, zu vielen Sinnlosigkeiten, von viel zu vielen Sorgen, die sich zu Ängsten wandeln. Es ist zu viel. Und doch bin ich leer. Ich mach lärm um mich selber nicht mehr zu hören. 

Natürlich hörst du das nicht.
Aber weißt du, ich höre jedes Mal, wenn du sagst „Alles ist gut“, wie sehr du gegen deine hohlen Knochen hämmerst. Wir sollten mehr hinhören.
Wir sollten unser „zu viel“ nehmen und es zu „genug“ machen.
Denn dann wenn es 4 Uhr morgens ist, mag ich bei dir sein
und schütte in deine Kaffeetasse etwas Milch hinein,
damit du schlafen kannst,
damit du nicht mehr stolperst
damit du nur noch tanzt ;