Tabula Rasa

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zu Füßen legen

mach dich nicht so klein.
ich weiß du trägst Universen in dir. 
nimm dich nicht so ernst.
ich weiß doch wie sehr du dein Lachen unterdrückst.
ich hab Angst dass du dich verlierst.
so Stück für Stück. 

ich weiß, manchmal fühlen sich deine Hände
nicht wie deine eigenen an. 
Aber du, ich bin da und drück’ sie ganz fest,
bis es dich wieder spüren lässt.
manchmal ist dein Kopf so laut, 
aber du, meine Stimme kann wie ein Paar Ohropax sein,
oder ich zeig’ dir Musik, die dich weghören lässt. 
denn alles was ich dir zu Füßen lege, ist auch wirklich echt. 
alle Worte die ich sage, 
tragen auch ihr Gewicht
und ihr Vertrauen.
Du und ich, 
wir könnten Baumhäuser 
in Traumwolken bauen. 




Anhalten, Loslassen, Losrennen

halte,
halte
an
durch
mich fest
und 
nie wieder los. 

Lass uns rennen, 
rennen
bis wir ankommen,
an unserem Ziel, 
das wir noch nicht kennen. 

du bist schön.
würde ich dir gerne ins Gesicht schreien. 
aber du, 
es schweigt sich so leicht mit dir. 

lass’,
lass’, 
los
dich 
& mich
fallen, 

Lass’ uns rennen. 


i might be dead by tomorrow.

kullern

Regentropfen
kullern
wie Perlen
von ihren Schirmen
und Stirnen.

das Wasser sammelt sich
in den Falten
ihrer Gesichter.

Augen
die ins Ferne starren
suchend nach
Nichts.

wenn der Regen
Perlen kullert
sei selbst
das Licht.

vorgekaut

Wenn ich jetzt den Regen sehe, wie er in Schlierenbewegungen an meiner Fensterscheibe herunter tanzt, während ich ins Dunkle draußen starre, denke ich an uns und an unsere geteilten Worte. Wie sich deine Augen weiteten, als ich dir erklärt habe, dass wir uns doch alle nur auf selbst vorgekaute Ideen und Kopfwirrwarre festsetzen. Irgendwann haben wir so zum Beispiel gesagt, dass wir Jura oder Biologie studieren möchten, weil wir das interessant finden würden und wegen der guten Berufschancen in der Forschung. Das haben wir irgendwann einmal so gesagt. Und das hat sich gut sagen lassen. Und es hat sich gut angehört. Deshalb haben wir das dann wiederholt. Und immer wieder, wenn uns jemand fragte, was wir denn einmal nach der Schule machen möchten, haben wir genau solche Sachen gesagt. „Ich schreibe gerne, möchte Publizistik studieren“. „Ich hab einmal Ferialpraktikum im Altenheim gemacht, will Krankenschwester werden.“ All denen wir das erzählt haben, haben verständnisvoll genickt und waren begeistert, wie sicher wir uns doch sind. Aber dabei haben wir uns nicht einmal die Zeit genommen auch wirklich über diese Ideen, über diese Sätze nachzudenken. Als ich versucht habe dir das zu erklären hast du kurz zugestimmt und bist danach zum Rattern des Zuges eingeschlafen. Ich fand das Rattern klang ein wenig nach Musik. Ich konnte kein Auge zudrücken. Und.. du? Ich hab einfach nur Scheißangst. Eine Scheißangst habe ich, weil ich befürchte, dass ich all je Gutbefundenes und gutüberlegt Entschiedenes bereuen könnte. Und dass ich nie wendig genug sein könnte, mir dann selber in den Arsch zu beißen.
Was wenn alles, was wir jetzt entscheiden falsch sein könnte? Was wenn am Ende sowieso nicht zählt, was falsch oder richtig ist?
Was wenn das einzige Hindernis wir selbst sind? Und wir alle kennen die Antwort auf diese Fragen. Aber wir sagen sie nicht laut, aus Angst jemand könnte es hören und genauso denken.
Manchmal da sind wir zu müde zum Rennen. Dann ertrinken unsere Gedanken in der Donau und treiben fort. Dann verbrennen unsere Herzen im Lagerfeuer unserer eigenen Zweifel. Wir wagen nicht, deshalb gewinnen wir so selten.

Hibiskusblüten

"Hibiskusblüten"
ein Wort so schön,
wie der Geruch selbst.
Bleibt der Geruch aber meist
nur so lange bis die Blüte verwelkt.
Und was bleibt dann noch zurück?
Denn nur noch die Schönheit des Wortes?

Was bleibt, wenn das was uns auszeichnet, nicht mehr da ist,
verschwindet. ?

Wer sind wir, wenn wir verlernen zu sein wie wir sind?
Wer werden wir, wenn wir vergessen wer wir werden wollen?

Wie schmecken eigentlich Hibsikusblüten?